Abschied in freudiger Feier auf Bali

Während wir uns in unserem Kulturkreis mit dem Abschied nach dem Tod eines Geliebten schwer tun, feiern andere fröhlich und dankend für die schöne Zeit zusammen.

 

Die Wandlitzerin Petra Löfflad hat auf Bali eine Beisetzung anders erlebt. Ihre Erlebnisse während mehrmaliger Aufenthalte in Bali hat Petra in Fotos festgehalten. Noch bis zum 27. Oktober 2013 zeigt sie ihre Balibilder in einer Ausstellung. Zu sehen sind auch die Bilder der Beisetzung, die sich für mich von den anderen gar nicht abhoben. Sie sind einfach wie alle anderen Fotos aus dem Alltag, was die Einstellung der Balinesen zu Leben und Tod widerspiegelt.

 

Schöne Bilder von Petra, sie haben mir sehr gefallen. Petra zeigt ihre Bilder auch gern, wenn die Ausstellung vorüber ist, nehmt mit ihr gern Kontakt auf.

 

Petras Bericht und Bilder:

 

Die wichtigste Zeremonie findet erst nach dem Tod des Menschen statt. Da der Tod im balinesischen Glauben nichts Endgültiges markiert, ist die Verbrennung eine freudige, bunte Feier. Das Feuer befreit die unsterbliche Seele vom „unreinen“ Teil des Menschen. Nachdem ein Priester den günstigsten Zeitpunkt für die Zeremonie festgesetzt hat, wird ein Verbrennungsturm, der “Meru”, aufgebaut und ein Tiersarkophag auf dem Verbrennungsplatz des Dorfes bereitgestellt. Das Aussehen des Sarges hängt von der Kaste des Verstorbenen ab. Der Tag der Zeremonie beginnt mit einem üppigen Mahl. Anschließend wird der Tote auf den Meru gebettet, den die Männer des Dorfes zum Verbrennungsplatz tragen. Hier werden die sterblichen Überreste in den Sarkophag gelegt und entzündet – nun kann die Seele in die nächste Existenz übergehen.

 

Nachdem das Feuer erloschen ist, wird die Holzasche von der weißen Knochenasche getrennt. Diese wird in einem Tuch gesammelt, mit Blüten geschmückt und nach weiteren Zeremonien im Meer verstreut.

 

Dies ist ein freudiges Fest, alle freuen sich das die Seele sich in einer neue Existenz verbessern kann.

 

Um die verstorbene Seele zu ehren werden auch Fremde zur Verbrennung  eingeladen.

 

Ich habe bei einer Verbrennung nie jemanden weinen gesehen und nach einigen befremdenden Momenten …finde ich es  für mich erstrebenswert, wenn es so weit sein sollte, freudig Abschied zu nehmen.

bali_6

Der Wächter des Verbrennungsplatzes, der Hüter der Schwelle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bali_1

Ein Priester malt das Ohm-Zeichen auf ein Tuch, das an den Sarg des Verstorbenen gehängt wird. Es ist Schutz und Geleit.

 

bali_2

Ein Priester bei der Vorbereitung auf die Verbrennung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bali_3

Das ist der Verbrennungsturm “Meru” (s. auch Text).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bali_4

Eingang zu einem Haus des Verstorbenen, das ebenfalls festlich geschmückt wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bali_5

Der Verbrennungsplatz. Währen der Zeremonie wird schöne Gamelan-Musik gespielt. Die Kinder springen herum, alle sitzen friedlich zusammen, ähnlich wie wir um ein Lagerfeuer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BALI ist die einzige Region außerhalb Indiens, Nepals und Mauritius’ mit einer hinduistischen Bevölkerungsmehrheit.

 

Hinduismus: 92,3 %    Islam: 5,7 %    Christen: 1,4 %    Buddhisten: 0,6 %

 

Die meisten Balinesen bekennen sich zur Hindu-Dharma-Religion, der balinesischen Glaubensform des Hinduismus. Einzug hielt der Hinduismus in Bali im 8. bis 9. Jahrhundert. Religion ist Leben und Leben ist Religion auf Bali.

 

Religiöse Riten und Feste begleiten die Menschen von der Geburt bis zum Tod und über den Tod hinaus. Sie sind Grundlage des Zusammenhalts von Familie und Dorfgemeinschaft. Religiöse Riten werden wirksam bei der Gründung eines Dorfes, sie ordnen das Familienleben und sind die ethischen Leitlinien des ganzen Volkes. Feiertage, Volksvergnügungen und Versammlungen werden stets von einer Tempelzeremonie eingeleitet.

 

Bali wird auch die „Insel der Tausend Tempel“ oder “ Insel der Götter“  genannt. Jede Hindu-Gemeinschaft beheimatet drei Tempel: den Pura Puseh (Ursprungstempel), den Pura Desa (Tempel der großen Ratsversammlung) und den Pura Dalem (Todestempel). In manchen Dörfern sind diese in einem Tempelkomplex vereint.

 

Meist sind solche Tempel aufwendig gestaltet, selbst in abgelegenen Regionen. Dazu hat noch jedes Haus und jede Bewässerungsgemeinschaft seine eigenen Tempel und an markanten Punkten (Straßenkreuzungen, Ortseinfahrten, Bäume etc.) gibt es Kleintempel oder zumindest einen Opferstock, der auch ein einfacher Stein sein kann.

Bilder von meiner Arbeit
FriedWald seit 2013 auch in Bernau bei Berlin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

sieben + 2 =

Menü