Der griechische Angler

Der griechische Fischer saß auf seinem Hocker am Meer und angelte. Wenn er einen Fang hatte, legte er ihn auf den Grill und gönnte sich zum leckeren Fisch einen Schluck Imiglykos. Ein Tourist kam heran und fragte, ob er kosten dürfe. Völlig begeistert vom Frischen fragte er den Angler, ob er nicht schon einmal daran gedacht hat, eine kleine Strandbar aufmachen zu wollen.
„Warum“, erwiderte der. „Sehen Sie mal. So lecker wie Ihnen und mir Ihr frischer Fisch schmeckt, schmeckt es den anderen sicher auch“, ereiferte sich der Tourist.
„Und dann“, fragte der Grieche zurück. „Das machen Sie eine Weile und haben bald so viel Geld, dass Sie ein eigenes Restaurant aufmachen können.“
„Und dann?“ „Sehen Sie, das Restaurant wird laufen. Sie stellen Leute ein. Und nach einer Weile machen Sie in der nächsten Stadt ein zweites auf.“
„Ja, und dann?“ „Dann können Sie bald in Athen und anderen Städten des Landes eigene Restaurants eröffnen.“
„Ja, und dann?“ „Wenn die Restaurants in Griechenland laufen, werden auch die anderen Europäer von Ihrem Fisch begeistert sein. Wandeln Sie Ihr Geschäft in ein Franchiseunternehmen und machen weitere Restaurants in ganz Europa auf!“
„Ja, und dann?“ „Sie verdienen in Europa richtig viel Geld. Bald haben Sie so viel, dass Sie nach Übersee gehen können. Sie werden Restaurants in New York, Tokyo, Sydney und Singapur haben. Wahnsinn, stellen Sie sich das mal vor!“
„Ja, und dann?“ „Das kann ich Ihnen sagen. Wenn alles richtig brummt, verkaufen Sie Ihr Unternehmen und haben so viel Geld, wie noch nie!“
„Ja, und dann?“ „Ich verspreche Ihnen. Sie haben so viel Geld, dass es bis an Ihr Lebensende reicht!“
„Ja, und dann?“ „Es ist so wahnsinnig viel Geld, dass Sie es sich dann leisten können, einfach den ganzen Tag am Meer zu sitzen und zu angeln!“
„Verstehe“, erwiderte der griechische Angler, „und was mache ich jetzt grad?“
Paulo Coelho: Der Alchimist
Die Grenzen unserer Wahrnehmung – sind die Grenzen unseres Tuns.

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