Von der bedingten hin zur universellen Liebe

mal-soWas ist Liebe? Diese Frage beschäftigt mich seit Jahren. Weniger der intellektuellen Klärung wegen, als mehr der Auflösung meiner Gemütslagen…und des Bauchgefühls, das mir schon lange sagt: Irgendetwas stimmt hier nicht.

Im vergangenen Herbst sitze ich in der U-Bahn und lese Dr. Frank Kinslows Quantenheilung. In Kapitel 14 beschäftigt er sich mit der „perfekten“ Beziehung und zum ersten Mal höre ich etwas von bedingter und universeller Liebe. Als sich seine knapp fünf Seiten gelesen hatte, hätte ich vor Freude aufspringen können und alle Leute umarmen, denn hier fand ich meine Auflösung. Nur wie im Leben so üblich: Was der Verstand erfasst hat, ist noch lange nicht im Herzen angekommen. Das musste ich in den vergangenen Wochen erfahren, nachdem ich erneut in gleiche (Liebes-) Muster verfallen bin und erkannte, ich habe mal wieder bedingt geliebt.

Unter bedingter Liebe erfasse ich das, was wir bislang an Liebe kennen(gelernt haben), all das, was uns bislang über Liebe erzählt und beigebracht wurde. Wir verlieben uns und lieben weiter, meist unbewusst und wie selbstverständlich. Doch was oder wen lieben wir eigentlich. Natürlich, wir lieben unseren Partner. Doch was eigentlich lieben wir an ihm? Und, wo bleibt unsere Eigenliebe?

Kinslow zitiert Karl Renz (zeitgenössischer Autor): Wo „mein“ und „dein“ enden, beginnt die Liebe.

Beim Kennenlernen eines Menschen lieben wir grundlos und schon bald meldet sich unser „Ich“, sucht nach Gründen, warum wir lieben. Die Schmetterlingsphase beginnt, wir erleben hitzige Tage oder Wochen, die Sinne sind getrübt, wir vergessen uns und unser Blick wird verzehrt. Und egal wann, die Energie, die Kraft der ersten Tage werden wir nie wieder erleben. Was wir jetzt sehen ist dann das, was wir sehen wollen, was unser Verstand sehen will (der Beginn des Endes einer Beziehung, das manchmal Jahre auf sich warten lässt).

Die meisten gehen eine Beziehung ein wegen Liebe oder Freundschaft, Schutz, Geborgenheit, Materiellem, körperlicher Lust, intellektuellem Verlangen, Geborgenheit.

Und das soll es gewesen sein? Die entzaubernde Antwort lautet: JA!

Wir lieben genau aus diesen Dingen, bedingt, zum Zweck des eigenen Gewinns, zu unserem egoistischen Vorteil! Das hört sich jetzt sicher etwas überzogen und befremdend an, es stimmt aber (leider).

Machen wir einmal die Augen zu und lassen alles, was uns an den Partner bindet weg, alles (Wohnung, Haus, Kinder, Auto usw.). Was bleibt jetzt übrig? Wie geht es Dir?

Sicher macht sich ein kribbliges Gefühl im Bauch breit, das uns beunruhigt und nervös macht. Von allem los zu lassen, ist schwer, richtig schwer, tut weh und kostet Kraft. Doch wen wir alle Bilder weg gelassen haben und uns dann in uns wohl fühlen, haben wir dieses „dein“ und „mein“ aufgegeben, sind in unserer Mitte, empfinden eine tiefe Stille.

In dieser Stille gibt es nicht mehr: Wenn Du dieses oder jenes nicht machst, kann ich Dich nicht mehr lieben. Oh schön, Du hast dieses oder jenes gemacht, ich liebe Dich. Höre endlich auf, so etwas zu sagen… Ja, wir haben aufgehört, unseren Partner biegen, verändern zu wollen, Kompromisse ein zu gehen, die für eine Beziehung angeblich notwendig sind. Wir wollen nicht mehr „reparieren“ oder irgendetwas kitten, des lieben Friedens willen.

Wir sagen uns los von der Anhaftung an den Fernseher oder die Blumen, die der tiefe Liebesbeweis sind. Wir sagen los, vom Erwerb materieller Dinge, deren Anschaffung uns ein kurzes und verblendendes Glücks-, Liebesgefühl bringen. Wir wachen auf!

Auch von der Abhängigkeit des „Liebesentzugs“, von dem wir uns erpressen lassen (von unsere eigenen Abhängigkeit nach der Wärme des anderen Körpers, des Lächelns unseres Partners ohne das es uns nicht gut geht, der Erwartung von „richtigen“ Antworten, der Erwartung des „richtigen“ Verhaltens, der Erwartung/Gier nach Sex und dem „richtigen“ Orgasmus, nach der eigenen Erwartung, gefallen zu wollen und das Schmollen des anderen nicht ertragen zu wollen/können). Wir hören auf, kitten zu wollen und uns die Welt, das Leben, so zu erschaffen, wie wir es gern hätten.

Und nun, sollen wir auf alles verzichten? NEIN! Unser Begehren bleibt, dafür sind wir Menschen. Doch wir lösen uns von der Abhängigkeit, der Anhaftung, eben von den Bedingungen, unter denen wir lieben können/wollen.

Kinslow schreibt: „Die vollkommene Liebe erschuf jedes Selbst in vollkommener Harmonie mit jedem anderen Selbst. Das bloße Erkennen dieses einfachen Zustandes verhilft der LIEBE zu völliger Freiheit.“

Wir sind erschaffen und leben tägliche Beziehungen mit anderen Menschen, Tieren, Pflanzen, kurz mit allem, was uns umgibt. Und dieses liegt in vollkommener Harmonie.

Wir können uns dieser Harmonie hingeben und alles belassen, wie es ist. Wir wollen nicht mehr ändern, wir nehmen die Dinge an, wie sie sind. Wir bleiben in uns, wir ruhen in unserer Mitte. Und wenn dies jeder macht, wahren wir auch die Harmonie, dann leben wir in Harmonie mit dem Anderen…aber vor allem mit uns selbst.

Wenn Dein Verstand dies erfasst hat, Glückwunsch. Es ist der erste Schritt zur Harmonie. Der schwierigere ist nun der Weg vom Verstand zum Herzen. Ein verdammt schwieriger Schritt, der uns zwingt, von Traditionellem los zu lassen, der viel, sehr viel, Kraft kostet doch der uns als Lohn die wahre Liebe lieben lässt.

Eine gute Voraussetzung dafür ist: In der Partnerschaft sollte man glücklich bleiben, nicht glücklich werden (ist von mir).

Im noch folgenden Blogbeiträgen gebe ich den Dialog mit Claudia wieder, die mir sehr geholfen hat, meinen Weg vom Verstand zum Herzen zu gehen.

Ich wollte (sollte endlich) auf meinen Bauch hören.
„Als ich mich selbst zu lieben begann“ Ch. Chaplin

3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • […] den folgenden Blogbeiträgen möchte ich mehr über die Liebe schreiben, über bedingte und universelle. Und ich werde einen Dialog wieder geben, den ich in einem spirituellen Forum mit einer mir […]

    Antworten
  • … in dankbarer Auswertung unseres Gedankenaustausches, griff ich nochmals zu Ron Smothermon,“Drehbuch für mehr Meisterschaft im Leben“ und stellte fest, dass ich die von mir für mich passend befundene Definition von Beziehung (ups, wird ein Schachtelsatz)immer wieder selbst aushebele,weil ich mich gar nicht so gerne, in den Folgen meines Handelns, als VERURSACHERIN wahrnehmen möchte ;-(
    R.S.erklärt ganz klar:
    “ Bei Beziehung geht es un das Erleben Ihres Selbst. “
    Und dann tröste ich mich mit Charlie Chaplin, der an seinem 70. Geburtstag,
    am 16. April 1959 folgendes aussprach:
    „Als ich mich selbst zu lieben begann…
    habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
    zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
    und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein.
    Heute weiß ich: Das nennt man SELBST-BEWUSST-SEIN.
    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
    nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
    Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.
    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich verstanden, wie sehr es jemand beleidigen kann,
    wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzudrücken,
    obwohl ich wusste, dass die Zeit nicht reif war und der Mensch nicht bereit,
    und auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
    Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT
    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
    und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Einladung zum Wachsen war.
    Heute weiß ich, das nennt man REIFE.
    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
    und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
    Heute mache ich nur das, was mir Freude und Glück bringt,
    was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
    auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus.
    Heute weiß ich, das nennt man EINFACHHEIT.
    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
    von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
    und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
    Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
    aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.
    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
    Heute habe ich erkannt: das nennt man BESCHEIDENHEIT.
    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
    und mich um meine Zukunft zu sorgen.
    Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
    so lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag, und nenne es BEWUSSTHEIT.
    Als ich mich zu lieben begann,
    da erkannte ich, dass mich mein Denken behindern und krank machen kann. Als ich mich
    jedoch mit meinem Herzen verband, bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten.
    Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.
    Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
    Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
    denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
    Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !“
    Herzliche Grüße
    Barbara

    Antworten
  • […] den folgenden Blogbeiträgen möchte ich mehr über die Liebe schreiben, über bedingte und universelle. Und ich werde einen Dialog wieder geben, den ich in einem spirituellen Forum mit einer mir völlig […]

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

3 × fünf =

Menü